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Konditionsaufbau bei Pferden
Oft wurde ich in letzter Zeit gefragt, wie man denn sein Pferd in Kondition
bringt. Jetzt, wo glücklicherweise endlich der Sommer die Zügel in die Hand
genommen hat und man sich in aller Ruhe auf die Jagd- und Ausreitsaison
im kommenden Herbst vorbereiten kann.
Was ist das Wichtigste?
Regelmäßiges Training und ausreichende gute Fütterung.
Vorteilhaft wäre die Erstellung eines Trainingsplanes, der auch die schlechten
Tage eines Pferdes nicht außer Acht lässt. Also: An jedem Tag sollte ein
Ersatzprogramm möglich sein.
Dressurtraining: Die Gymnastizierung des Pferdes ist beim Dressurtraining
das oberste Gebot. Biegungs- und Stellungswechsel, Übergänge in allen Gangarten
und das Sensibilisieren des Pferdes auf alle Hilfen des Reiters. Einfache
Übungen wie Schritt, Trab und Galopp, Touren in allen Größen, Hinter- und
Vorhandwendungen, Schultherein und das Rückwärtsrichten unterstützen den
Reiter beim Erreichen seines Ziels. Bei jeder Trainingseinheit sollte der
Reiter darauf Bedacht nehmen, dass sein Pferd locker und schwungvoll vorwärts
geht, sich dabei gut entspannt und sensibel auf alle Hilfen reagiert. Nur
entspannte Muskeln können aufgebaut werden, verkrampfte Muskeln verkümmern!
Das Dressurtraining sollte als Vorstufe zum Geländetraining betrachtet werden
und nicht als lästige Notwendigkeit.
Geländetraining: Hier gilt es Kondition zu tanken. Viel fleißigen Schritt
und flotte Trabreprisen bringen dem Pferd Ausdauer und Kraft. Kurze Stücke
können selbstverständlich galoppiert werden, doch hat der Galopp im Geländetraining
eher eine zweitrangige Bedeutung. Glück dem, der etwas hügeliges Gelände
zur Verfügung hat, doch auch der Reiter aus der Ebene kann seinem Pferd
die notwendige Kondition antrainieren. Im hügeligen Gelände gilt: Bergauf
und bergab wird im Schritt bewältigt, das bringt Kraft. Der Reiter aus der
Ebene verlängert seine Geländeeinheiten eben um eine viertel Stunde und
legt öfter flotte Trabreprisen ein. Wechselndes Terrain fördert die Trittsicherheit
des Pferdes. Ein Tipp: Wenn es möglich ist, dann fahren Sie mit Ihrem Pferd
am Wochenende in ein anderes Gebiet um Ihr Geländetraining auszuweiten.
Stangen- und Springtraining: Auch hier gilt als Basis das Dressurtraining.
Locker über Stangen traben entspannt das Pferd und bringt es dazu seinen
Rücken aufzuwölben. Außerdem wird die Hinterhand trainiert. Das Pferd sollte
dazu aufgefordert werden, fleißig über die Stangen zu treten. Darüber zu
stolpern wäre kein gutes Trainingsziel. Das Springtraining sollte den Anforderungen
angepasst werden. Wenn Sie im Herbst an einer Jagd teilnehmen wollen, dann
sollten Sie entweder Geländehindernisse zur Verfügung haben, oder den Parcours
am Springplatz einige Zentimeter höher als im Gelände gefordert wird, bauen.
Das Training im Wochenrhythmus:
Das Pferd sollte täglich gearbeitet werden und Sie sollten immer ein Ersatzprogramm
parat haben. Rückschritte während des Trainings sind normal. Sie sollten
Dressur-, Gelände- und Spring- oder Stangentraining immer abwechseln. Einen
Tag in der Woche sollten Sie sich für lockere Arbeit an der Longe und zum
Entspannen frei halten. Anfangs sollten Sie das Training locker beginnen
und versuchen Muskelkater oder Überanstrengung zu vermeiden. Das Training
sollte dann nach ca. zwei Wochen (abhängig vom Pferd) täglich etwas gesteigert
werden. Je nach Zeitfaktor wäre es auch förderlich, wenn Sie Ihr Pferd zweimal
täglich arbeiten. Dressur- und Geländetraining lässt sich z. B. an einem
Tag gut vereinbaren.
Die Fütterung:
Das ist ein sehr heikles Thema während des Konditionstrainings.
Anfangs sollten Sie bei der Fütterung bleiben, die Sie bisher hatten. Nach
einigen Tagen können Sie die Futterration langsam zu steigern beginnen.
Wenn Ihr Pferd sehr viel Schweiß lässt, wäre es von Vorteil, wenn Sie ihm
Elektrolyte zuführen. Entweder in flüssiger oder in Pulverform. Ein wichtiger
Faktor während des Trainings ist auch die Heuration. Auf keinen Fall zu
wenig Heu füttern. Die Kraftfutter und die Heuration sollten aufeinander
abgestimmt werden. Während des Trainings sollten Sie ihr Pferd täglich beobachten.
Grobe Konditionsverluste oder Zeichen von Überanstrengung sollten Sie schon
im Ansatz erkennen. Dann sollten Sie sofort wieder einen Schritt zurückgehen,
denn dann haben Sie es etwas übertrieben. Für unerfahrene Reiter gilt: Nicht
alleine trainieren. Es gibt bestimmt Trainer, die Ihnen gerne helfen. Oder
Sie lassen sich und dem Pferd etwas mehr Zeit und gehen lieber in sehr langsamen
Schritten vorwärts. Viel Erfolg. Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 8428 | Drucken
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